Operation?

Eine operative Aufrichtung der Wirbelsäule wurde früher nur in extremen Ausnahmefällen über 70° Kyphosewinkel und bei starken, mit konservativen Methoden therapieresistenten Schmerzen erwogen, weil einige Wissenschaftler keinen Beweis dafür fanden, dass durch eine Operation die gesundheitsbezogenen Zeichen und Symptome einer Kyphose beseitigt werden können 8 9, und glaubten, es handele sich eher um eine kosmetische Operationsindikation.

Auch ausgeprägte Befunde auf dem Röntgenbild können beschwerdefrei bleiben und schränken die Belastbarkeit nicht notwendigerweise ein. Dagegen kann es bei weniger ausgeprägten Befunden zu erheblichen Schmerzen und Haltungsproblemen kommen: Ein Zusammenhang zwischen Schmerz und Schweregrad des Befundes M. Scheuermann besteht also (ähnlich wie bei Skoliose) nicht, daher ist die Entscheidung für oder gegen einen chirurgischen Eingriff immer eine individuelle Entscheidung, den Einzelfall betreffend.

Ein Wirbelsäulenspezialist zur Wichtung des Kyphosewinkels:

„zunehmende oder Rekyphosierungen sind gerade im TLÜ schlecht bis gar nicht muskulär kompensierbar und führen selbst bei geringen Cobb-Winkeln (<15-20°) zu statischen Belastungen der ober- bzw. unterhalb der Fehlstellung gelegenen Wirbelsäulenabschnitte. Diese [...] Fehlstellungen stellen somit eine Indikation zu Revisionseingriffen dar"- Dr. Klaus Röhl BG-Kliniken Bergmannstrost Halle: Operative Komplikationsbehandlung nach Wirbelsäulenoperation10

Die Operation (Spondylodese) erfolgt durch ventrale Entfernung der verschlissenen Bandscheiben, Einfügen von Knochensegmenten aus dem Beckenkamm oder den Rippen statt der Bandscheiben, Aufrichtung durch Entfernung von dorsalen Knochenkeilen (Osteotomie) und Fixation durch Stabimplantate (Fixateur interne) aus Titan oder Edelstahl, die mit Pedikelschrauben in den Wirbelkörpern verankert werden.

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